Es hat nicht immer nur alles Vor- und Nachteile.
Ein Vorteil auf einer abgeschiedenen Insel sein
Auslandsjahr zu verbringen ist zum Beispiel, dass es dort nicht so
international ist wie in der Großstadt, was heißt, dass man mehr vom „typisch“
britischen hat. Ein Nachteil ist, dass es nun mal…abgeschieden ist und man
demnach eine Ewigkeit von der Zivilisation zu besagter Insel braucht.
Ich bin am 31. mit meinen Eltern aus dem Urlaub
zurückgekommen, was der Grund ist, dass ich die letzten 4 Wochen nichts posten
konnte. Von meiner Landung in Deutschland am Frankfurter Flughafen blieben mir
noch in etwa 3 Stunden bis zum Abflug der Maschine nach London, also nicht
genug Zeit um nochmal nach Hause zu gehen um meinen Koffer für England zu
holen. Glücklicherweise haben sich unsere sehr netten Nachbarn bereiterklärt
meinen Koffer zum Flughafen zu bringen (falls ihr das jemals lest: Vielen
Dank!!!).
Nachdem ich also das Zeug aus meinem Koffer aus dem
Urlaub das ich nach England mitnehmen wollte umgepackt hatte tauchte ein Typ
von EF auf, der mir helfen sollte meinen Koffer aufzugeben, mein Ticket
auszudrucken und zur Sicherheitskontrolle zu kommen. Nachdem ich mich von
meiner Familie verabschiedet hatte und die Sicherheitskontrollen über mich habe
ergehen lassen bin ich in den Warteraum vorm Bording gelassen worden.
Als ich dann in den Bus steigen wollte, der die
Passagiere zum Flugzeug fährt, teilte mir die Dame am letzten Ticket-Checkpoint
mehr oder weniger freundlich mit, dass mein zweites Handgepäckstück zu groß ist
(laut den Angaben im Internet war es voll okay) und sie mich zwingen würde
zurückzugehen und es aufzugeben, wenn es nicht schon so spät wäre.
Sie hat mich dann aber doch mit beiden
Handgepäckstücken durchgelassen. Ich bin dann also alleine nach London
geflogen. Der Flug war total okay, ich saß leider nicht am Fenster sondern
zwischen einem Typ der sofort eingeschlafen ist und einem Rocker oder so.
Als ich in Heathrow durch die Passkontrolle wollte,
war der Typ sehr verwundert, dass ich allein unterwegs war und als ich ihm
erzählte, dass ich am Anfang von meinem Auslandsjahr stehe fragte er mich allen
Ernstes: „Wissen deine Eltern, dass du hier bist?“ Ich hätte in dem Moment
gerne mein Gesicht gesehen. Ich habe kurz überlegt ja zu sagen (blöde Fragen
verdienen blöde Antworten), aber auf die Gefahr hin aus dem Verkehr gezogen zu
werden habe ich dann doch darauf verzichtet :D
Nachdem ich meinen Koffer wieder eingesammelt hatte
sollte ein „Airport Angel“ (alias Hells Angel) auf mich warten. Als ich also
einen Mann mit leuchtend pinken EF-Schild sah kämpfte ich mich mit meinem
ganzen Gepäck zu ihm durch und teilte ihm auf seine Frage hin zweimal meinen
Namen mit. Daraufhin durchsuchte er sein Handy nach einer Anna die auf die Isle
of Wight will, aber er fand mich nicht. Als ich langsam panisch wurde kam ein
anderer Typ im pinken T-Shirt und fragte ihn, ob er einen Anna gesehen hat. Ich
war also zum falschen Hells Angel gelaufen -.-
Mein neuer Guide führte mich dann zur Heathrow Metro
mit der wir zur Central Bus Station fuhren, wo ich in einen Reisebus nach
Portsmouth stieg. Die Fahrt dauerte drei Stunden und direkt hinter mir saß ein
kleines Kind das pausenlos Lärm gemacht hat. Das war SEHR nervig und der Mutter
war es offenbar egal, sie hat nichts gemacht. Ich konnte also im Bus nicht wie
geplant schlafen, sondern habe mich drei Stunden lang gepflegt gelangweilt.
Als ich in Portsmouth ausstieg, hielt ich Ausschau
nach meiner IEC (International Exchange Coordinator) Kathy, auf die mich dort
abholen sollte. Sie war aber nicht da. Sie tauchte auch später nicht auf. Mein
Anschlussbus kam und ich stieg notgedrungen ein. Weil mein Telefon noch nicht aktiviert
war, fragte ich eine Frau im Bus, ob ich ihr Handy für einen Anruf ausleihen
darf, doch grade als ich die Nummer nochmal eintippte (beim ersten Mal hatte
ich mich verwählt *hust*) verkündete der Busfahrer, dass wir in Southsea wären
und ich musste schleunigst aussteigen.
Als ich dann sehr verzweifelt mit meinem Gepäck an der
Bushaltestelle stand hörte ich jemanden hinter mir meinen Namen rufen und
dieser Jemand war zum Glück Kathy. Sie hatte ihren Patensohn für das Gepäck
mitgebracht (sehr praktisch ;)). Dann haben sie ein Gespräch begonnen, in das
ich wohl hätte einsteigen sollen, aber ich habe die beiden kaum verstanden!
Wir sind dann zu dritt mit dem Hovercraft zur Insel
gefahren von wo aus es dann mit Kathys Auto weiterging. Kathy hatte mir das
Recht auf den Beifahrersitz erkämpft und erst als ich schwungvoll die Autotür
auf der rechten Seite öffnete, fiel mir wieder ein, dass die Britten
Linksverkehr haben. Als ich dann auf dem richtigen Sitz saß, setzte Kathy
zuerst ihren Patensohn ab, zeigte mir dann meine Schule und parkte vor dem Haus
meiner neuen Gastfamilie. Vor lauter Nervosität vergaß ich erst mein Gepäck
mitzunehmen :D
Dann ging die Tür von meinen Gasteltern auf und ich
stand Sandra (der EF-Schülerin aus Schweden), Stacey (meine Hostmum), David
(mein Hostdad) und Amy (die Jüngste meiner Gastschwestern) gegenüber. Das war
ungefähr um zehn Uhr abends, als habe ich dann nur noch was gegessen, bevor
mich Sandra in unser Zimmer führte. Meine Gasteltern führen ein Guesthouse und
Sandra und ich teilen uns das Zimmer ganz oben. Nachdem ich meine Waschtasche
ausgekramt hatte ich nach einem extrem langen Wochenende in Flugzeugen und
Bussen nur noch Kraft zu duschen, bevor ich ins Bett gefallen bin.
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